Individuelles Profil durch Wahlfächer

Wahlfächer werden meistens ab dem vierten Semester ein Thema bei den Studierenden der Studiengänge CR/PR. Dann beginnt die Suche nach interessanten Modulen aus anderen Studiengängen, die man mit dem eigenen Stundenplan kombinieren kann. Doch oft ist nicht ganz klar, welche Kurse überhaupt belegt werden dürfen, wann hierfür der beste Zeitpunkt ist und was man dabei beachten sollte. Hier sind die wichtigsten Infos gesammelt.

Jana Stäbener präsentiert ihre Ergebnisse im Wahlfach "Typografie und Gestaltung. // Foto: Kimberly Nicolaus
Jana Stäbener präsentiert ihre Ergebnisse im Wahlfach „Typografie und Gestaltung“. // Foto: Kimberly Nicolaus

Generell sind die Studienleistungen in Pflicht- und Wahlpflichtbereiche eingeteilt. Neben den festgelegten Pflichtveranstaltungen können Studierende also selbst noch Module auswählen. Der Studiengang CR/PR beinhaltet dabei 17 ECTS als Wahlfächer, die frei aus anderen Bachelorstudiengängen ausgesucht werden können. Beachten sollten Studierende dabei, dass immer nur ganze Module belegt werden können. Da die Teilnehmeranzahl oft begrenzt ist, bietet es sich an, den jeweiligen Dozenten des Wahlfachs zu kontaktieren, um alles Weitere zu klären. Der persönliche Kontakt hilft vor allem bei Unklarheiten, meistens lädt der Dozent die Studierenden anschließend zur ersten Vorlesung ein, in der dann endgültig geklärt wird, ob die Belegung möglich ist. Jeder Studierende muss dabei selbst darauf achten, dass sich die Inhalte der Wahlfächer nicht mit denen der Pflichtfächer überschneiden, da es ansonsten passieren kann, dass der Kurs nicht angerechnet wird.

Bei Wahlfächern geht es nicht darum, möglichst schnell ECTS Punkte zu sammeln, sondern sich ein individuelles Profil zu schaffen, das Sie von anderen Studierenden abhebt und Ihre Interessen und Stärken möglichst gut zeigt. Nutzen Sie deshalb die Chance, über den Tellerrand zu schauen und sich mit neuen Inhalten zu beschäftigen, die wir nicht im Curriculum anbieten. Swaran Sandhu, Professor an der HdM
Der beste Zeitpunkt um Wahlfächer zu belegen
Die Hochschule empfiehlt einen kleinen Teil der Wahlfächer im vierten Semester zu belegen und den größeren Teil erst im Siebten. Das hat mehrere Vorteile:

1. Im Stundenplan ist der Workload für die Wahlfächer bereits eingeplant. Hier werden für das vierte Semester 5 ECTS und im siebten 12 ECTS vorgesehen. Wenn die Wahlfächer zu einem anderen Zeitpunkt belegt werden, hat der Studierende in dem Zeitraum einen höheren Workload. Das geht oft auf Kosten der eigenen Pflichtveranstaltungen.

2. Die Wahlfächer sollen zur Entwicklung eines eigenständigen Profils verhelfen. Darum bietet es sich an, vor dem Praxissemester eine besondere Veranstaltung zu belegen, die gut zum geplanten Praktikum passt. Da die meisten dann nach dem Praxissemester genauer wissen, welche Themenfelder für die spätere Berufswahl interessant sind, sind Wahlfächer hier besonders relevant.

3. Wer schon ein Masterprogramm im Blick hat, dem hilft es, die Wahlfächer bezogen hierauf zu wählen. Denn manche Programme haben spezifische Anforderungen, was die Anzahl der ECTS betrifft. So kann es sein, dass Studierenden ECTS in Bereichen wie Wirtschaftswissenschaften, Empirische Methoden oder Forschungsprojekten fehlen. Durch eine geschickte Wahl können hier die Anforderungen sinnvoll ergänzt werden.

 

Sehr gefragt in jedem Jahrgang – Gestaltung und Layout

Studierende im Studiengang CR/PR bekommen die ersten Einblicke in das Themenfeld „Gestaltung“ durch verschiedene Schulungen in den ersten Semestern. Oft besteht hier aber der Wunsch, die Kenntnisse noch zu vertiefen, wodurch Wahlfächer in diesem Bereich sehr beliebt sind. Studierende können hierbei beispielsweise zwischen Modulen wie „Typografie und Gestaltung“, „Grundlagen Print und Layoutprogramme“ oder „Buch-, Zeitungs- und Zeitschriftengestaltung“ wählen. Natürlich hat jeder einzelne Kurs wieder unterschiedliche Inhalte, weshalb bei der Auswahl gut recherchiert werden sollte. Kimberly Nicolaus studiert Crossmedia-Redaktion und hat in diesem Semester das Wahlfach „Grundlagen Typografie und Gestaltung“ bei Prof. Stefan Schmid belegt. Im Interview berichtet sie von Anforderungen und Inhalten des Wahlfachs und was es ihr persönlich gebracht hat.

Kimberly Nicolaus konnte viel aus dem Wahlfach "Gestaltung und Typografie" mitnehmen. // Foto: Redaktion Zukunft
Kimberly Nicolaus konnte viel aus dem Wahlfach „Gestaltung und Typografie“ mitnehmen. // Foto: Redaktion Zukunft

Was waren deine Erwartungen an das Wahlfach?

Ich wollte vor allem ein besseres Gefühl für Gestaltung und Layout bekommen. Oft stelle ich mir beispielsweise die Frage, warum ein Magazin seriös oder elegant aussieht oder was Schrift dabei bewirken kann. Ich wollte herausfinden, ob es bestimmte Regeln und Kriterien gibt, an denen man sich bei der Gestaltung orientieren kann, um dann ein schönes Ergebnis zu erzielen. Außerdem habe ich erwartet, dass ich viel mit InDesign arbeiten werde und somit auch gehofft, meine Fähigkeiten zu verbessern. Ich wollte neben der Theorie hauptsächlich viel praktisch arbeiten und auch mal selbst eine Magazinseite oder einen Flyer gestalten. Diese Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.

Hattest du Vorkenntnisse in einem bestimmten Bereich?

Ja, ich kannte schon Basics in InDesign, also wie ich dort Textfelder erstelle oder auch ein Bild einsetze. Das war für die Vorlesung auch sehr hilfreich, da einem das Arbeiten dann leichter fällt. Man kann sich auch einfach vor dem Kurs verschiedene Tutorials anschauen und ein paar Übungen dazu machen. Auch Herr Schmid empfiehlt es, gewisse Vorkenntnisse mitzubringen, da dann die Übungen in der Vorlesung einfach besser funktionieren.

 Wie sieht die Arbeit im Wahlfach aus?

Wir haben immer zwei Vorlesungsstunden und fangen meistens damit an, dass Herr Schmid die Theorie anhand von Folien erklärt. Oft sehen wir uns dann auch Beispiele von Zeitschriften, Büchern, Magazinen oder Zeitungen an. Die Theorieteile sind so über das Semester verteilt, dass man erst die Basics lernt und später schwierigere Inhalte. Da geht es dann zum Beispiel um die Wirkung von verschiedenen Schriftarten und Schriftgrößen, Blocksatz oder auch Fotografie. Da wir auch lernen sollen, wie Bilder mit dem Text wirken, gibt Herr Schmid hier am Anfang nochmal einen Überblick über verschiedene Gestaltungsmittel, wie beispielsweise das Prinzip des Rhythmus oder des Kontrasts. In der zweiten Vorlesungsstunde setzen wir die Theorie direkt in die Praxis um, indem wir mit InDesign arbeiten. Da die Vorlesung in einem Computerraum stattfindet, ist es nicht notwendig, dass man das Programm auf dem eigenen Laptop hat. Für die Übungen zuhause würde ich es aber schon empfehlen, da man ansonsten alles in der Uni erledigen muss. Wir dürfen auch Ausdrucke von den Übungen mit in die nächste Stunde bringen. Da diskutieren wir dann gemeinsam drüber, bevor es wieder in die Theorie geht. Insgesamt ist es eine sehr gute Mischung, da man den Theorieteil immer direkt umsetzt und darum auch gut versteht.

Welche Skills, die du im Wahlfach lernst, helfen dir am meisten?

Ich kann mit InDesign auf jeden Fall besser arbeiten, was mir zum Beispiel auch bei der Gestaltung von meinem Lebenslauf hilft. Ich weiß nach dem Kurs jetzt, warum das eine Magazinlayout schöner aussieht als zum Beispiel ein anderes und wie ich mich selbst im Bereich Grafik einbringen kann. Ich habe jetzt auch besseren Blick welche Schriftarten und Bilder gut zusammen aussehen und wie ich eine Seite gestalten kann, sodass sie nicht überladen ist und der Leser sich gut zurechtfindet.

Würdest du das Wahlfach weiterempfehlen? Für wen ist es besonders geeignet?

Ja, ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen, besonders für Leute, die wirklich Lust auf Gestaltung haben und diese in ihrem Beruf auch mit einbeziehen wollen. Für die CR-Vertiefer, die später einmal im Bereich Magazin arbeiten wollen, ist es super interessant zu erfahren, wie der Inhalt mit dem Schriftbild und auch der Bilderauswahl wirkt, damit dann am Ende alles stimmig ist. Auch wenn man schon Vorkenntnisse in InDesign hat, aber noch mehr praktisch damit machen möchte, passt der Kurs sehr gut. Durch den hohen Praxisanteil ist es aber auch mehr Aufwand als andere Wahlfächer, weil man nur weiterkommt, indem man die praktischen Übungen macht. Und da Gestaltung zum Teil auch Geschmackssache ist, kann es schon sein, dass man auch länger am Computer sitzt. Da sollte einfach viel Motivation und auch Zeit mitgebracht werden.

Wie sieht die Prüfungsleistung aus?

Die Prüfungsleistung besteht aus verschiedenen Abgaben. Einmal muss man zum Beispiel verschiedene Gestaltungskriterien im Bereich Fotografie anwenden und dafür auch eigene Fotos machen, in denen die Gestaltungsprinzipien erkennbar sind. Eine andere Abgabe besteht darin, eine Anzeige und auch einen Flyer Schritt für Schritt nach einer Anleitung zu gestalten. Dabei geht es rein um die schwarze Schrift auf weißem Papier mit den unterschiedlichen Schriftarten und Schriftgrößen. Besonders gut fand ich das Gemeinschaftsprojekt, bei dem sich jeder eine Schriftart aussuchen kann, für die er dann eine Schriftpatenschaft erstellt. Man recherchiert also Merkmale und Eigenschaften der Schrift und fasst diese zusammen. Das tolle ist, dass am Ende jeder Kursteilnehmer ein Schriftartenbuch bekommt, in das man immer reinschauen kann, wenn man wissen möchte, welche Schriftart jetzt zum Beispiel besonders elegant oder massiv wirkt.

 

About Isabel Mayer

Ich studiere im vierten Semester Public Relations an der Hochschule der Medien. Hier berichte ich über News und aktuelle Themen des Studiengangs.