Studierende erkunden die Berufswelt

Die Möglichkeiten, die man im Bereich PR und Journalismus hat, scheinen fast unendlich. Von der kleinen Agentur bis hin zum riesigen Unternehmen ist alles dabei. Um diese Welt näher kennen zu lernen, ging es letzte Woche für die Studierenden des Studiengangs CR/PR auf Exkursion nach München, Berlin und Frankfurt.

Einmal im Jahr steht an der Hochschule der Medien (HdM) die Exkursionswoche an, in der Professoren unterschiedliche Fortbildungstage für die Studiengänge organisieren. Dieses Semester planten die Professorinnen Katrin Hassenstein, Christine Ritz und Katarina Bader gleich drei Ziele nur für den Studiengang CR/PR ein. Die Studierenden konnten sich zwischen einem eher journalistischen Programm in München und PR-Praxis in Frankfurt oder Berlin entscheiden.

„Bei unseren Exkursionen stehen die Praxiseinblicke vor Ort im Vordergrund. Gerade als Vorbereitung für das praktische Studiensemester kann man so schon mal einen persönlichen Eindruck der verschiedenen Medien-/ und Wirtschaftsunternehmen, Organisationen und Agenturen bekommen. Es ist für die Studierenden und uns außerdem auch toll, gemeinsam etwas zu erleben.“Katrin Hassenstein, Professorin an der HdM

Frankfurt: Von der klassischen PR-Agentur bis hin zur Museumskommunikation  

Die Studierenden erkunden die kreativ gestalteten Räume der PR-Agentur Fink und Fuchs. /Foto: Isabel Mayer
Die Studierenden erkunden die kreativ gestalteten Räume der PR-Agentur Fink und Fuchs. /Foto: Isabel Mayer

Für zwölf PR-Studierende ging es zusammen mit Prof. Dr. Katrin Hassenstein zwei Tage in das Rhein-Main-Gebiet. Am Mittwoch startete die Gruppe mit dem Besuch zweier PR-Agenturen: Fink und Fuchs in Wiesbaden und Edelmanergo in Frankfurt. Nach der Präsentation verschiedener Cases der Agenturen war noch genug Zeit für lockere Gespräche mit den Trainees und Praktikanten. Da die anwesenden Studierenden im Herbst mit dem Praxissemester beginnen, war dies eine gute Möglichkeit, alle offenen Fragen loszuwerden und den ein oder anderen Bewerbungstipp einzuholen. Martin Flörkemeier, Standortleiter von Edelmanergo in Frankfurt, lud die Gruppe sogar auf ein Bier in die agentureigenen Open Bar ein, um den Tag bei lebhaften Gesprächen ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag wartete eine unbekanntere Branche auf die Studierenden. Kommunikation für die älteste und renommierteste Museumsstiftung Deutschlands: Das Städel Museum in Frankfurt. Hier stellte Axel Braun, Leiter der Presse-/ und Öffentlichkeitsarbeit, die eindrucksvolle Digitalstrategie des Städel vor. Von einem Insta-Walk mit Influencern bis hin zur Erkundung des Museums durch eine VR-Brille waren der Kreativität hier keine Grenzen gesetzt.

München:  Zwischen deutscher Tageszeitung und Illustrierten

Die Exkursionsgruppe in München besucht die Süddeutsche Zeitung. /Foto: Merve Kayikci
Die Exkursionsgruppe in München besucht die Süddeutsche Zeitung. /Foto: Merve Kayikci

Prof. Dr. Katarina Bader begleitete die Studierenden der Vertiefung CR nach München. Erster Stopp: Die Süddeutsche Zeitung. Im Newsroom erklärte die Website-Chefin Kathrin Steinbichler, dass sich die Chefredaktionen Online und Print gegenübersitzen, damit die Abstimmung von Inhalten einfacher fällt. Sie selbst kümmert sich dabei vor allem um die Themenmischung der Startseite und der App der Tageszeitung. Da das SZ-Magazin aktuell einen neuen Online-Auftritt gestartet hat, trafen sich die Studierenden danach mit dessen Leiter, Marc Baumann.

„Besonders gut hat mir der Einblick von Marc Baumann gefallen, da mich Magazin-Journalismus sehr interessiert. So war es als Journalismus-Studentin beruhigend zu erfahren, dass auch die Redakteure des SZ-Magazins manchmal Schwierigkeiten bei der Themensuche haben.“Kimberly Nicolaus, 4. Semester CR

Ein ganz anderer Einblick ergab sich für die Studierenden durch den Besuch der Bunten, die eigentlich eine eher ältere Zielgruppe bedient. Chefredakteurin Julia Bauer erklärte, wie die Zeitschrift mit „People-Journalismus“ auf Social-Media arbeitet und so nun online eine sehr viel jüngere Zielgruppe erreicht.

Berlin: Krisenkommunikation gehört heute dazu!

Martina Fietz (links), stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, empfing die Gruppe im Bundespresseamt in Berlin. /Foto: Merve Kaykici
Martina Fietz (links), stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, empfing die Gruppe im Bundespresseamt in Berlin. /Foto: Merve Kaykici

Los ging es für die Gruppe von Prof. Dr. Christine Ritz in der Content-Marketing-/ und PR-Agentur fisherAppelt in Berlin. Die ehemalige HdM-Studierende Lisa Grosch, die seit acht Monaten als Trainee dort arbeitet, berichtete aus erster Hand über den Berufseinstieg in der Agentur. Durch das Studium an der HdM fühlt sie sich sehr gut für die Aufgaben dort vorbereitet und bekam von Anfang an viel Verantwortung. Sie schätzt es dabei sehr, dass sie an vielen verschiedenen Projekten mitarbeiten darf, auch wenn das „Kreativsein auf Knopfdruck“ nicht immer einfach ist.

Schwieriger gestaltet sich meistens der Einblick in den Bereich Krisenkommunikation, da nicht jedes Unternehmen gerne über Krisen plaudert. Besonders gespannt waren daher alle auf den Besuch bei der Deutschen Bahn. Jürgen Kornmann, Leiter der Kommunikation Personenverkehr, berichtete über die Krisenkommunikation der Deutschen Bahn, nachdem die Einweihung der Bahnstrecke zwischen München und Berlin schiefgegangen war. An diesem Tag stand er zusammen mit Kollegen in einem Festzelt, um den Erfolg zu feiern, als eine Nachricht von seinem Vorstand eintraf: Die Bahn hatte Verspätung. Sofort schalteten alle in den Krisen-Modus und versuchten herauszufinden, was passiert war. So wurden zum Beispiel Journalisten in die Werkstatt der Deutschen Bahn eingeladen, um zu zeigen, dass sie mit Hochdruck an dem Problem arbeiten.

„Ich finde es bewundernswert, wie Jürgen Kornmann es schafft, sich trotz der vielen Krisenkommunikation immer wieder für seine Arbeit zu motivieren. Er sieht es als seine Aufgabe, die Menschen zu informieren – egal ob es gute oder schlechte Neuigkeiten gibt.“Anna Teuffel, 4. Semester PR

Nach spannenden Einblicken beim Bundespresseamt und der Agentur CNC stand auch schon der letzte Programmpunkt an. Dirk Feldhaus, verantwortlich für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr, gehört zu den Machern der Kampagnen „Die Rekruten“ und „Mali“. Diese sind den meisten PR-Studierenden ein Begriff, da sie für viel Aufsehen und auch Kritik sorgten. Er empfing die Gruppe am Nachmittag und erklärte, dass es bei den Kampagnen weniger um Rekrutierung, sondern mehr um die Darstellung des realen Alltags der Soldaten in der Ausbildung ging.

Mit viele neuen Erkenntnissen aus der Berufswelt kehrten die Studierenden schließlich wieder an die HdM zurück. Damit gingen interessante, aber auch anstrengende Tag auf Exkursionen zu Ende.

About Isabel Mayer

Ich studiere im vierten Semester Public Relations an der Hochschule der Medien. Hier berichte ich über News und aktuelle Themen des Studiengangs.