Barcelona – Sonne, Strand und ein bisschen Geduld

Ich würde Barcelona als eine Stadt bezeichnen, die Tag und Nacht lebt. Es ist 24/7 etwas los, man ist an nichts gebunden und kann prinzipiell immer das machen, worauf man gerade Lust hat, sei es an einem Sonntag einkaufen gehen oder anschließend feiern. Obwohl ich im Wintersemester in Barcelona war und anfangs dachte, das Sommersemester wäre sicherlich noch aufregender gewesen, war ich letzten Endes völlig zufrieden. Bis Anfang November konnte ich ins Meer gehen und auch abends noch mit leichter Bekleidung draußen in einer Bar sitzen. Der Vorteil am Wintersemester war eindeutig, dass nicht so viele Touristen wie im Sommer unterwegs waren.

Ich studiere an der Universitat Pompeu Fabra in Barcelona, da die Kurse die PR-Inhalte der HdM vertiefen und die Art zu Studieren sehr praxisnah erfolgt.

Sophie Fuchs ist Public Relations Studierende im siebten Semester und hat im Wintersemester 2016/2017 ein Auslandssemester an der Universitat Pompeu Fabra verbracht. Sie berichtet über die Universität und das Leben in Barcelona.

Barcelona bei Nacht. Foto: Sophie Fuchs
Barcelona bei Nacht. Foto: Sophie Fuchs

Abseits der dennoch oft sehr überfüllten Innenstadt gibt es auch ruhigere, wunderschöne Plätze, wie zum Beispiel die „Bunkers del Carmel“, ein Aussichtspunkt mit grandiosem Blick über ganz Barcelona (besonders schön bei Sonnenuntergang). Daneben ist der Stadtteil „Gracía“ sehr zu empfehlen. Das alternative Stadtviertel bietet eine große Auswahl an interessanten Boutiquen und Cafés. Auf dem „Plaça del Sol“ spürt man am frühen Abend die gelassene Stimmung unter Einheimischen, da hier viele jüngere Leute draußen sitzen und gemütlich ein, zwei, drei Bier trinken.

Ein weiteres Highlight der Stadt ist natürlich der Strand. Trotz dem nach und nach kühleren Wetter war es jedes Mal einmalig, mich an den Strand zu setzen und auf den Horizont zu schauen. Egal wie gestresst man ist, der Strand mit Meeresblick hat definitiv eine beruhigende Wirkung. Abgesehen von dem Strand bei Barceloneta, der anfangs noch sehr überfüllt war und bei dem man alle zwei Minuten entweder nach einer „Masaje“ oder einem „Cerveza“ gefragt wird, gibt es weiter nördlich auch schöne Strände, an denen weniger Menschen sind. Obwohl Barcelona schon einige Zeit braucht, um es besser kennenzulernen, gibt es um die Stadt herum ebenfalls viele sehenswerte Plätze, die einen Ausflug Wert sind, wie zum Beispiel eine Wanderung auf den „Montserrat“ oder einen Ausflug nach Sitges (vor allem während der Karnevalszeit). Circa drei Stunden entfernt liegen Madrid und Valencia, beides Städte, die ich zum ersten Mal gesehen habe und die mich auch sehr begeistert haben.

Restaurants

In Barcelona gibt es eine große Auswahl an Restaurants und für jeden ist etwas dabei. Vor allem das Frühstücksangebot ist überwältigend. Der einzige Nachteil hier ist, dass man am Wochenende mit Wartezeiten rechnen muss. Tipps für Frühstückslokale: Brunch & Cake, Flax&Kale oder Lulu. Sonstige Tipps: Sol Soler, Tosca, Sascha Bar 1968, La Luna und die ganze „Carrer Blai“ mit vielen Tapas- und Pinchosbars.

Kosten

Ich würde sagen, dass Barcelona preislich ungefähr vergleichbar ist mit Stuttgart. Essen gehen ist eher etwas teurer, wobei es gerade dank der vielen Tapasrestaurants immer günstigere Alternativen gibt. Die Wohnungspreise sind ok: Wenn man ein WG-Zimmer in der Stadt hat, zahlt man zwischen 350 und 600 Euro, es kommt ganz darauf an, wo und wie groß die Wohnung ist. Das gute ist, dass fast alle Wohnungen Wohnzimmer und auch mindestens einen Balkon haben (wir hatten vier!).

Feiern

Feiern kann man in Barcelona sehr gut. Abgesehen von den eher touristischen Clubs am Strand, die dennoch ab und zu super sind, gibt es auch gute Clubs in der Stadt. Jeden Mittwoch findet im „Razzmatazz“, ein Club in Uninähe, eine Party statt, für die man nur 1€ zahlt – dementsprechend voll und beliebt ist es. Generell kann man sich online bei fast allen Clubs jeden Tag auf eine Gästeliste schreiben lassen und zahlt dementsprechend keinen Eintritt (hierfür kann man sich einen Longdrink à 10 Euro mehr leisten 😉 ).

Sonstiges

Großes Thema während meiner Zeit in Barcelona war die Unabhängigkeit Kataloniens. Am Anfang verging kein Tag, an dem mich meine Eltern oder Freunde nicht gefragt haben, ob bei mir alles gut sei, da sie „schlimme“ Bilder in den Nachrichten gesehen haben. Vor Ort war jedoch alles halb so schlimm. Es gab verschiedene Demonstrationen, die aber sehr friedlich verlaufen sind und eher eine Art Gemeinschaftsgefühl ausgelöst haben. Egal ob Pro oder Contra Unabhängigkeit, die Demonstranten haben meistens gelacht, gesungen und sind sich in den Armen gelegen.

Studieren

Die Einführungsveranstaltungen der Universitat Pompeu Fabra (UPF) sind hilfreich, um einen groben Überblick zu bekommen und man lernt schon hier andere Kommilitonen kennen. In den ersten Wochen übt man sich schnell in Geduld: Man sollte nie vergessen, dass man nach Spanien geht und manche Vorurteile sich auch bewahrheiten. Dementsprechend würde ich jedem empfehlen, anfangs ruhig und gelassen zu bleiben, selbst wenn man nur in einen einzigen Kurs eingeschrieben wurde. Nach dem Ausfüllen einiger Google Docs schafft man es dann doch nach zwei bis drei Wochen in die gewünschten Kurse.

Die Gestaltung der Vorlesungen ähnelt sehr der der HdM, da es viele Gruppenarbeiten und ab und zu „Hausaufgaben“, sprich Abgaben während des Semesters, gibt. Nur in einem einzigen Kurs hatte ich am Ende eine Klausur, bei allen anderen waren es, wie auch vergleichbar mit dem CR/PR Studiengang, Projekte oder Präsentationen. Sehr gut gefallen hat mir der Kurs „Eventmanagement“, bei dem wir am Ende des Trimesters tatsächlich ein Event umsetzen mussten. Darüber hinaus war auch der Kurs „Risk and Crisis Communication“ sehr spannend, da er bereits angeschnittene Themen an der HdM nochmals vertieft hat.

Innerhalb der Gruppenarbeiten lief es sehr gut, die Gruppen werden gemischt aus Spaniern und Internationals. Die Spanier sind super nett und man fühlt sich direkt willkommen. Ich habe pro Trimester vier Kurse plus einen Spanischkurs belegt. Ich würde sagen, das ist ein guter Mix aus Vorlesung und genügend Freizeit, um die Stadt zu erkunden. Generell würde ich jedem empfehlen zwei Trimester, sprich sechs Monate zu bleiben, da ein Trimester zu schnell vorbei geht. Ich habe während meines Auslandsaufenthalts zwei Spanischkurse, ebenfalls an der UPF belegt, zu denen ich immer gerne gegangen bin. Man hatte die Möglichkeit nochmal neue und andere Studenten kennenzulernen und die hoch engagierte und lustige Spanischlehrerin schaffte es fast jedes Mal, dass alle mit guter Laune aus dem Kurs gegangen sind.

Während der Wanderung auf den Montserrat, einem Berg in der Nähe von Barcelona. Foto: Sophie Fuchs
Während der Wanderung auf den Montserrat, einem Berg in der Nähe von Barcelona. Foto: Sophie Fuchs
Auf einen Blick: die Universitat Pompeu Fabra

Auf einen Blick: Die Universitat Pompeu Fabra Hochschule: Universitat Pompeu Fabra (UPF) ist eine junge Universität mit drei verschiedenen modernen und schönen Campussen.
Stadt: Barcelona, Hauptstadt Kataloniens Inhalte: Besonders der Bereich Kommunikation (egal ob Werbung und Marktkommunikation, CR/PR oder Audiovisuelle Medien) ist auch an der UPF groß vertreten.
Highlights: Barcelona ist der perfekte Mix aus einer belebten Großstadt und entspannenden Stunden am Strand mit Meeresblick.
Kosten: keine Studiengebühren, die Wohnungs- und Essenspreise entsprechen in etwa denen in Stuttgart.
besser nicht: Den Mojito von den Strandhändlern probieren.

Fragen zur Universitat Pompeu Fabra oder Barcelona? Antworten gibt es bei Sophie (sf085@hdm-stuttgart.de)!

About CR/PR-Internationals

Austauschstudierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion und Public Relations veröffentlichen hier Beiträge aus der ganzen Welt unter dem Motto: Auslandssemester hautnah!