Strategie und Bewegtbild – Praktikum bei fischerAppelt

Ein Erfahrungsbericht des PR-Studierenden Julian Reitner aus dem sechsten Semester.

Viele Überstunden aber dafür vielfältige und spannende Projekte – dafür ist die Agenturszene allgemein bekannt. Was dahinter steckt, durfte ich in meinem sechsmonatigen Praktikum bei der PR- und Marketing Agentur fischerAppelt in Berlin erfahren.

Über die Berliner Kreativszene wird im Rest Deutschlands oft gemunkelt und geschmunzelt. Umso interessanter ist natürlich der Blick hinter die Kulissen der kulturell bunten Hauptstadt. Im Rahmen meines sechsmonatigen Pflichtpraktikums zog ich im August 2017 nach Berlin, um bei fischerAppelt, play – der Bewegtbildabteilung der Agenturgruppe – zu lernen und zu arbeiten.

Filmdreh in Nijmegen in Niederlanden für die Deutsche Bank. I Foto: Martin Misere

Das Flair der Stadt – weder zu beschreiben noch zu begreifen – ist natürlich auch bei fischerAppelt greifbar. Ich habe lockere Kollegen und muss mir über Du und Sie nicht den Kopf zerbrechen. Sogar die meisten Kunden konnte ich beim Vornamen ansprechen.

Einblicke in die Bewegtbildbranche

Zu Image und Reputation einer Organisation zählt das gesamte öffentliche Auftreten. Unternehmen setzen online deshalb auf Selbstdarstellung und Vermarktung durch Videos, um sich oder ihre Dienstleistungen visuell ansprechend zu präsentieren. Mein Team ist dafür zuständig, Video-Konzepte für Kunden zu entwickeln, um diese in der Produktion umzusetzen. Zu meinen Aufgaben zählten sowohl die PR-Beratung als auch die Produktion von Imagefilmen und Portraits. In der Beratung durfte ich bei Meetings und Kick-Offs mit Kunden teilnehmen. Angefangen von der Idee des Kunden, über die Konzeptionierung, Budgetierung bis zur Produktion durfte ich alle Schritte einer Videoerstellung miterleben. Zu den größten Kunden zählen hier die Deutsche Bahn, Viessmann, Coca-Cola und die Deutsche Bank. Bei vielen Drehs war ich dann selbst vor Ort, um Abläufe zu koordinieren und den Kunden zu betreuen.

Weder Kaffee kochen noch Akten sortieren

Wenn das Praktikum eines nicht war, dann langweilig: A­­lleine der tägliche Kontakt mit verschiedenen Kunden machte das Tagesgeschäft abwechslungsreich und spannend.

In meinem Alltag musste ich Drehs organisieren, Präsentationen für Kunden mitgestalten und viel recherchieren. Beispielsweise zu neuen Videoformaten oder Trends.

Dies war aber nur ein Bruchteil des Arbeitsaufwands im abwechslungsreichen Agenturleben, bei dem man nie weiß, in welche Stadt man in der kommenden Woche reisen darf. Spontan sein, stand hier an der Tagesordnung, denn als Dienstleister mussten wir uns so gut wie möglich an den Wünschen des Kunden orientieren. Wenn ein mehrtägiger Videodreh dann innerhalb weniger Tage organisiert werden musste, bedeute das zwar viel Aufwand, aber ich bekam ein Gespür, wie komplex das Produktionsgeschäft ist. Hierfür musste ich Technik und Teams buchen, passende Locations finden und Requisiten beschaffen. Und das natürlich immer in Absprache mit dem Kunden. So kam es, dass wir ein Künstler-Duo kurz auf knapp organisierten. Dieses zeichnete ein 3D-Bild auf den Boden, um herkömmliche Mobilität visuell ansprechend darzustellen. Im restlichen Video für das Start-Up ioki der Deutsche Bahn wurde dann ein Ansatz für ein innovatives und digitales Transportwesen vorgestellt, auf die sich das Start-Up spezialisiert.

Videodreh in Frankfurt für ioki, das Start-Up der Deutsche Bahn. Foto: Julian Reitner

Dabei haben die Drehtage immer viel Spaß gemacht, auch wenn diese meist streng durchgetaktet und lange waren. Der Einblick in neue Entwicklungen von ikoi in Bezug auf selbstfahrende Autos und die Disruption in der Mobilität waren ein Highlight, da man den direkten Kontakt zu Innovatoren und Gründern bekam.

Work-Life-Balance: Aber sicher!

Neben der Arbeit darf eine gute Atmosphäre natürlich nicht zu kurz kommen. Und keiner weiß seine Mitarbeiter so gut zu motivieren wie eine Agentur mit kostenlosem Bier, einer allzeit funktionierenden Kaffeemaschine, einem Standort-, Fortbildungs- und Partytag sowie zwei Weihnachtsfeiern. Kostenlose ClubMate inklusive. Die darf in Berlin nie fehlen. Die Bezahlung – naja lassen wir dieses Thema. Wichtig ist für mich zu erwähnen, dass ich durch Verantwortung bei eigenen Projekten und auch als Person wertgeschätzt wurde, was als Praktikant in der schnelllebigen Agenturwelt keine Selbstverständlichkeit ist. Die Zeit bei fischerAppelt hat mich in Bezug auf meine fachlichen Kompetenzen weit vorangebracht und mir einen Einblick in die vielfältige PR-Welt gegeben.

About Anna-Maria Ihle

Ich studiere im vierten Semester Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien. Seit März 2017 liefere ich Lesestoff direkt aus unserem Studiengang.