„Dieses Semester gab es ein hohes Niveau!“

Vier Monate lang wurden Daten gesammelt, analysiert und ausgewertet. Nun konnten die Forschungsergebnisse der intensiven Arbeiten für das Fach „Lehrforschungsprojekt“ unter der Leitung von Professor Dr. Lars Rinsdorf und Professor Dr. Klaus Kamps am vergangenen Montag von den Crossmedia-Redaktions & Public Relations (CR/PR) Viertsemester Studierenden an der Hochschule der Medien (HdM) präsentiert werden. Spannende Vorfälle zum Thema „Auftritte und Wahrnehmung politischer Instanzen“ brachten die Professoren zum Staunen.  

Herr Rinsdorf folgt dem Vortrag einer PR-Gruppe aufmerksam. Herr Kamps ist per Skype zugeschaltet. I Foto: Anna-Maria Ihle

09:45 Uhr: Letzte Besprechungen, finale Abstimmungen und nervöse Gesichter tummelten sich am 29. Januar im Tagungssaal der Lehrforschungsprojekt Präsentationen. Insgesamt sechs Teams, jeweils zu gleichen Teilen aus beiden Vertiefungsrichtungen, nutzten die Präsentation dazu, ihre wichtigsten Ergebnisse und ihr Vorgehen vorzustellen sowie Limitationen und weitere Forschungsmöglichkeiten ihrer Projekte aufzuzeigen. Die Simulation einer echten Bachelorarbeit brachte allerdings einige Studierende schon mal etwas ins Schwitzen. Denn egal ob qualitative oder quantitative Erhebungsmethoden: Ein vertiefender Einblick in die empirische Sozialforschung  musste dargelegt werden.

Ein kompletter Forschungsverlauf

Da die Präsentationen dieses Semesters unter dem Oberthema, Auftritte und Wahrnehmung politischer Instanzen standen, stellte sich eine CR-Gruppe folgende Forschungsfragen: Welche Kommunikationsstrategien lassen sich aus der Web-Präsenz der Direktkandidaten von den bei der Bundestagswahl 2017 ins Parlament gewählten Parteien ableiten und wie wirken sich diese Kommunikationsstrategien auf den Wahlerfolg im Erststimmenergebnis aus? Um diese Frage zu beantworten, bedurfte es einer qualitativen sowie quantitativen Forschungsmethode. Hierbei beziehen sich qualitative Forschungsergebnisse auf die Erhebung interpretierbarer, nicht standardisierter Daten wobei sich die quantitative Forschung wiederum an der Analyse einer breiten standardisierten Datenbasis ausrichtet.

Durch die Beobachtung einiger Social Media Webauftritte der Direktkandidaten der sechs großen Bundestagsparteien sowie der darauffolgenden Erstellung eines Forschungsmodells, konnten die Studierenden spezielle Strategietypen festmachen. Zu ihrem Ergebnis gelang die Gruppe durch die Erhebung einer interpretierbaren Inhaltsanalyse sowie einer zusätzlichen standardisierten Forschung zu Themen wie Dynamiktrend oder Wachstumsrate. Sie verbanden die beiden Erhebungsmethoden gekonnt mit ihrer Hintergrundrecherche um insgesamt sieben Strategietypen anhand ihres Indexes festmachen zu können. Hierbei wiesen Kandidaten, die eine professionelle Webpräsenz, eine hohe Posting Frequenz eigener Inhalte, eine multimediale Aufstellung sowie hohe Verlinkungswerte hatten, auch die besten Performance Ergebnisse auf.

Das Methodische Forschungsmodell der CR-Gruppe, bestehend aus Laila Abdallah, Dominic Berner, Alina Hoppe, Laura Hornberger, Lisa Könnecke, Katharina Stein und Simon Wörz. I Grafik: Namentlich genannte Gruppe

Ein komplexes Vorgehen. Jedoch nicht für die Studierenden des vierten Semesters, denn die Grundlagen für solch tiefgehende Erhebungsmethoden wurden bereits ein halbes Jahr vorab bei Klaus Kamps, Professor für Kommunikationswissenschaft, erläutert. Die Erstellung von Fragebögen, statistischen Werten und analytischen Zusammenhängen standen hier im Vordergrund. Dieses Basiswissen wurde im jetzigen Semester in wöchentlichen Coaching-Terminen auf die einzelnen Fälle angewandt und im Zusammenspiel mit den Anregungen der Professoren perfektioniert.

Im Allgemeinen handelten die weiteren Themen innerhalb der CR-Gruppen in diesem Semester über die Wähler-Wahrnehmung der innerparteilichen Auseinandersetzungen der Partei AfD sowie über den Einfluss der Gestaltung von Facebook Beiträgen der Partei FDP auf die Diskursqualität während der Sondierungsgespräche.

Die weiteren PR-Gruppen referierten über die Wahrnehmung weiblicher Politikerinnen in der deutschen Berichterstattung, das Engagement der zum ersten und dritten Mal wahlberechtigten Personen an der Bundestagwahl 2017, die sich über das Smartphone informieren sowie über die Beeinflussung der Wahl des Europaparlaments durch eine mehrschichtige Mediennutzung.

„Dieses Semester gab es ein hohes Niveau!“ – Lars Rinsdorf

Die Professoren waren insgesamt sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die sich über das Semester entwickelt haben. Nach einzelnen Feedbackrunden gaben sie noch abschließende Hinweise zur Optimierung der anstehenden Forschungsberichte, die noch bis Ende Februar verfasst werden. Dabei gilt das Motto: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig.“

 

 

 

 

 

 

About Anna-Maria Ihle

Ich studiere im vierten Semester Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien. Seit März 2017 liefere ich Lesestoff direkt aus unserem Studiengang.