Nach jedem Rechtsfall tauschen sich Richterin, Professor und Anwalt aus, um weitere Fragen an die Kläger- oder Beklagtenseite zu stellen. Von links: Richterin Dr. Judith Klink-Straub, Dr. Tobias Keber, Professor für Medienrecht und Rechtsanwalt Dr. Carsten Ulbricht. | Foto: Kimberly Nicolaus

Eine Gerichtsverhandlung ohne Urteil

Nach knapp 39 Vorlesungsstunden in den Fächern „Grundlagen Recht“ und „Medienrecht“ schlüpften die Drittsemester des Studiengangs Crossmedia-Redaktion & Public Relations (CR/PR) und Medienwirtschaft (MW) vergangenen Donnerstag in die Rollen von Kläger, Beklagter und Syndikus. Hierbei wurde der Moot Court, eine simulierte Gerichtsverhandlung, zum sechsten Mal an der Hochschule der Medien (HdM) ausgetragen.

Anspannung und Nervosität waren so manchem Studierenden ins Gesicht geschrieben, schließlich musste die langwierige Vorarbeit am Tag der simulierten Gerichtsverhandlung gezielt auf den Punkt gebracht werden.

Studierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion, Public Relations und Medienwirtschaft verfolgen gespannt die Plädoyers der Kommilitonen. | Foto: Tabea Günzler
Studierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion, Public Relations und Medienwirtschaft verfolgen gespannt die Plädoyers der Kommilitonen. | Foto: Tabea Günzler

Die Teams der Studierenden nahmen hier entweder die Position des Klägers, des Beklagten oder des Syndikus Anwalts ein. Die Aufgabe der Klägerseite war es, eine Klageschrift zu verfassen, um den Sachverhalt, die Rechtsverletzung sowie eine Forderung für die Seite des Gegenspielers zu formulieren. „Neben präzisen Formulierungen ist auch eine schlüssige Argumentation ein wichtiges Kriterium für die Bewertung,“ informierte Rechtsprofessor Dr. Tobias Keber zu Beginn des Moot Courts.

Wie sich ein Klägerteam aus dem dritten Semester CR/PR für den Streitfall Gesperrtes Finderglück und den Moot Court vorbereitete, erklärt Crossmedia-Redaktions Studierender Maximilian Sepp:

Die Beklagtenseite verfasste im Gegenzug eine Klageerwiderung, in der die Argumente der Kläger, für den jeweiligen Rechtsfall, entkräftet werden. Der dritte Gegenpart ist der Syndikus. Dieses Team nimmt die Position einer Rechtsberatung für ein Wirtschaftsunternehmen ein. Hierbei müssen die Syndikusse, die Argumente beider Seiten beachten, die des Klägers und des Beklagten. So können Handlungsempfehlungen für das jeweilige Unternehmen ausgearbeitet werden.

„Ich finde der Moot Court ist eine coole Prüfungsleistung, weil es praxisnäher ist und man so einen realen Fall bearbeiten kann.“Maximilian Sepp

Auf die Minute genau argumentieren

Sieben Streitfälle wurden von insgesamt 14 studentischen Teams bearbeitetet und am Moot Court vorgetragen. Für das Plädoyer hatten Kläger und Beklagte jeweils vier Minuten Zeit. Die Syndikus Anwälte hingegen acht Minuten. Doch Gerichtsurteile werden beim Moot Court an der HdM nicht gefällt. Professor Dr. Tobias Keber erläuterte: „Mir geht es nicht um das Gewinnen oder Verlieren, sondern um das Abwägen von Argumenten.“

Zum Abschluss verliehen sowohl die Tutorinnen der Vorlesung „Grundlagen Recht“ als auch Professor Dr. Tobias Keber kleine Preise. So wurde Florian Stelzl, Public Relations Studierender im dritten Semester, für das inhaltlich beste Plädoyer ausgezeichnet.

About Kimberly Nicolaus

Ich studiere Crossmedia-Redaktion im dritten Semester. Seit Oktober 2017 liefere ich regelmäßig Updates und berichte über Veranstaltungen aus dem Studiengang CR/PR.