Antwerpen – die unbekannte Kulturstadt

Unser Nachbarland Belgien ist für viele Studierende nicht unbedingt die erste Wahl für ein Auslandssemester. Auch seine zweitgrößte Stadt steht nicht auf jeder Bucketlist. Jedoch ist Antwerpen ein kulturell vielfältiger Ort mit kulinarischen und historischen Highlights, die den Aufenthalt zu einer Besonderheit machen.

„Ich studiere an der Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen, weil die Kurse optimal die Studieninhalte von CR/PR ergänzen und das Angebot sehr vielfältig ist, von Photoshop bis zu Public Affairs.“

Die Public Relations-Studierende Wibke Kroll berichtet über die Artesis Plantijn Hogeschool (AP) in Antwerpen, Belgien. Mehr Beiträge zu Artesis Plantijn Hogeschool gibt es hier.

Der Charme der Stadt

Die kleinen Gassen, individuellen Boutiquen und gemütlichen Cafés helfen, sich schnell zu Hause zu fühlen. Obwohl Antwerpen 500.000 Einwohnern hat, fehlen die Hektik und weite Distanzen einer Großstadt. Das liegt daran, dass die historische Altstadt mit dem Grootemarkt, dem kleinen Hafen, die Shoppingstraße Meir und eine große Auswahl an Museen innerhalb von zehn bis 20 Minuten zu Fuß zu erreichen sind. Die historische Centraal Stadion und der denkmalgeschützte Antwerp Zoo liegen ebenfalls im Zentrum. Auch viele Grünflächen verteilen sich über das Stadtgebiet. Der größte Park ist der Spoor Park Nord, im Sommer kann man hier grillen, Fußball spielen oder auf Liegestühlen entspannen.

Der Grootemarkt mit den historischen Zunfthäusern und dem Brabobrunnen. | Foto: Wibke Kroll

Die Niederlande, ein Katzensprung entfernt

Aber nicht nur die Stadt an sich, sondern auch die Lage hat Vorteile. Antwerpen liegt im Norden Belgiens und siedelt sich an der Schelde an. Dadurch ist es oft windig, aber wenn man Glück hat, hört man die Möwen kreischen und fühlt sich ein bisschen wie am Meer. Die historischen Städte Gent, Brügge und Löwen sind in ein bis zwei Stunden mit dem Zug gut zu erreichen. Eine gute Möglichkeit bietet dabei der GoPass: Studierende zahlen für eine Fahrt 5,20 Euro innerhalb Belgiens.
Außerdem ist Antwerpen knapp 150 Kilometer Luftlinie von der niederländischen Grenze entfernt, optimal für Wochenendtrips nach Rotterdam, Den Haag oder Amsterdam.

Atypical Antwerp

Für Kulturliebhaber gibt es in Antwerpen eine große Auswahl an Museen und Veranstaltungen. Das Museum aan de Stroom bietet acht unterschiedliche Ausstellungen mit Bezug zur Stadt. Ebenfalls zu empfehlen ist das Red Star Line Museum: Es erzählt die Geschichten der Menschen, die auf der Suche nach einem besseren Leben mit der Schiff, Red Star Line, nach Amerika fuhren. Ganz anders hingegen sind das Fotomuseum mit wechselnden Ausstellungen bekannter Fotografen oder das Rubenshuis, das ehemalige Wohnhaus des berühmten Malers Peter Paul Rubens. Auch für Musik- und Theaterfans finden sich in Antwerpen diverse Konzerte und Aufführungen. Wer sich weniger für Kunst und Kultur interessiert, kann das Linkeroever der Schelde mit den Velo-Citybikes erkunden, den Wochenendmarkt am Theaterplein besuchen oder eine Bootstour durch die unterirdischen Grachten machen.

Die Ausstellung im Red Star Line Museum behandelt nicht nur vergangene Geschichten sondern zieht auch Parallelen zu aktuellen Ereignissen. | Foto: Wibke Kroll

Die flämische Kultur

Belgien ist geteilt in Flandern und Wallonien – Antwerpen liegt in der Region Flandern. Die Sprache ist Flämisch und unterscheidet sich nur in ein paar Wörtern zu Dutch. Viele erinnert Flämisch an die deutsche Sprache und es gibt einige Parallelen. Flämisch zu sprechen ist allerdings schwieriger als gedacht, auch eine Woche Dutch-Kurs ändert daran nicht viel. Die Bewohner sind freundlich, offenherzig und sie sprechen perfektes Englisch. Eine kleine Angewohnheit macht sie besonders sympathisch: Am Ende eines Satzes hängen sie oft ein „eh“ an, um daraus eine Frage zu machen.

Der Blick vom Linkeroever auf die Skyline der Stadt. | Foto: Wibke Kroll

Belgisches Essen

Belgian Fries, Bier und Waffeln begegnen Besuchern an jeder Ecke, aber wo schmeckts am besten?
Pommes mit selbst gemachter Mayonnaise isst man beispielweiße im Frites Atelier Amsterdam. Die klassischen Biersorten Duvel, Leffe oder Steef können in gemütlichen Pubs wie dem Paters Vaetje gegenüber der Liebfrauenkirche probiert und Waffeln im Desire de Lille genossen werden.

Wer sein Auslandssemester in einer Großstadt mit Charme, vielen Reisemöglichkeiten und sehr gutem Essen verbringen möchte, ist in Antwerpen genau richtig. Allerdings sollte man aufpassen, dass man sein Herz nicht in den vielen verwinkelten Gassen, historischen Häusern und gut riechenden Waffelläden verliert.

Kleine Läden mit belgischen Pralinen findet man in Antwerpen an
jeder Ecke. | Foto: Wibke Kroll

Auf einen Blick: die Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen
Hochschule: Artesis Plantijn Hogeschool Antwerpen
Stadt: Großstadt aber durch die kurzen Wege zu Fuß und die verwinkelten Gassen, kommt es einem nicht so vor
Inhalte: spannende und passende Module für CR/PR-Studierende, sowie Kurse über Land und Leute
Highlights: Schokolade, Pommes und Bier – gute Gründe um nach Belgien zu kommen;)
Kosten: Studiengebühren gibt es nicht, aber das Leben ist etwas teurer (Großstadtpreise)
besser nicht: Verlasse niemals das Haus ohne einen Regenschirm.

Fragen zur Artesis Plantijn Hogeschool und Belgien? Antworten gibt es bei Wibke (wk012@hdm-stuttgart.de)!

About CR/PR-Internationals

Austauschstudierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion und Public Relations veröffentlichen hier Beiträge aus der ganzen Welt unter dem Motto: Auslandssemester hautnah!