Als Pressesprecher Rede und Antwort stehen

„Standhaft bleiben!“, hieß es für die Public Relations (PR) und Crossmedia-Redaktions (CR) Studierenden des dritten Semesters, Ende Dezember an der Hochschule der Medien (HdM). Im Rahmen einer nachgestellten Pressekonferenz wurden das Frage Potenzial sowie das Improvisationstalent der angehenden Pressesprecher und Journalisten unter dem fiktiven Thema „Nachhaltige Modelinie bei HUGO BOSS“, getestet.

Bereits um sieben Uhr morgens standen die PR-Studierenden bereit, um die ersten Vorbereitungen für das Planspiel zu treffen. Neben der technischen Ausstattung bereiteten sie Snacks und Kaffee für die Kommilitonen der Vertiefungsrichtung Crossmedia-Redaktion vor.

CR-Studierende führen nach der Pressekonferenz Interviews mit ihren Kommilitoninnen. | Foto: Kimberly Nicolaus
Konzentration! – CR-Studierende führen Interviews mit ihren PR-Kommilitonen. | Foto: Kimberly Nicolaus

Vorbereitungen beruhen auf Gegenseitigkeit

Katrin Hassenstein, Professorin für Public Relations und Kommunikationsmanagement, bereitete die PR-Studierenden in der Vorlesung „Instrumente der PR“ intensiv auf das Planspiel vor. Neben einer Verteilung der Rollen wurde ein Question and Answer Sheet mit möglichen Fragen der angehenden Journalisten erstellt.

Auf der Gegenseite wurden die CR-Studierenden von Katarina Bader, Professorin für Online-Journalismus, betreut. Der Auftrag lautete: Zweierteams bilden und sich einer Redaktion zuordnen. Vertreten waren unter anderem die Modezeitschrift Vogue, die Wirtschaftszeitschrift brand eins sowie das Onlineangebot der Stuttgarter Zeitung. Außerdem wählten die angehenden Journalisten zwischen einer Print-, Audio- oder Fernsehberichterstattung. Nach der Zuteilung schrieben die angehenden Redakteure Fragen auf, die zu ihrem Magazin passten.

Das Spiel beginnt

Für die angehenden Journalisten war es noch ein schneller Blick in die vorbereitete Pressemappe, für die Gegenseite ein Zurechtrücken des Outfits: Mit Anzug, Bluse und Jackett, nahmen PR-Studierende ihre Plätze auf dem Podium ein. Florian Stelzl, PR-Studierender im dritten Semester, vertrat den CEO eines deutschen Modeunternehmens. In seiner Eröffnungsrede befürwortete er, dass nachhaltige Mode eine Chance sei, um Verantwortung gegenüber der Umwelt zu übernehmen. „Wer keine Innovation und zeitgemäße Lösung findet, wird sich nicht am Markt behaupten können“, betonte Florian Stelzl. Für das Planspiel präsentierten die Vertreter des Modeunternehmens eine fiktive nachhaltige RSP-Modelinie. Sie umfasst einen Mantel, einen Pullover und einen Schal für Herren, aus der Winterkollektion 2018. Die jeweiligen Kleidungsstücke seien zu mindestens 70 Prozent aus recycelten Stoffen.

Florian Stelzl beantwortete auch im Einzelinterview die stochernden Fragen der CR-Studierenden.|Foto: Kimberly Nicolaus
Florian Stelzl beantwortete die teilweise kniffligen Fragen der CR-Studierenden auch im Einzelinterview. | Foto: Kimberly Nicolaus

Anna von Teuffel, ebenfalls PR-Studierende aus dem dritten Semester, nahm die Rolle des Chief Brand Officers ein. „Ich habe gelernt, dass sich Recycling und Premiumqualität nicht ausschließen“, erzählte sie auf dem Podium. Damit betonten die Vertreter während des Planspiels, dass keine unternehmerischen Qualitätseinbußen akzeptiert werden. Nach ihren Statements, wurde die offene Fragerunde begonnen. Hier versuchten CR-Studierende mehr Details über das Herstellungsverfahren zu gewinnen. Außerdem kamen Fragen zur Kostendeckung auf, da die aufwendige Herstellung nicht aktiv zur Gewinnsteigerung beitragen würde.

Anschließend standen PR-Studierende auch in Einzelinterviews Rede und Antwort. So hatten CR-Studierende die Chance einen Ansprechpartner für detaillierte Informationen zu befragen. Nach den Interviews arbeiteten die angehenden Journalisten unter Zeitdruck. Innerhalb von 30 Minuten wurden Audiobeiträge, Meldungen und eine kurze Nachricht im Film (NiF) verfasst. Zwei Journalistenteams führten zudem Wortlautinterviews, die eine besondere Herausforderung für die jeweiligen Unternehmensvertreter darstellten.

Durchatmen während der Feedbackrunde

„Obwohl wir unsere Kommilitonen kennen, wirkten sie total authentisch in ihrer Rolle“, lobte Merve Kayikci die Kommilitoninnen aus dem PR-Bereich. Für Anna von Teuffel war die Pressekonferenz eine spannende Erfahrung: „Wenn die Journalisten fiese Fragen stellen und wir manche davon vorbereitet hatten, aber nicht alle, dann ist das eine besondere Anspannung.“ Auch Florian Stelzl, der die Position des CEO einnahm, war aufgeregt: „Man musste sich in ein Unternehmen hineindenken. Das ist eine ganz andere Perspektive.“

Für echte Pressesprecher sei es einfacher, sie hätten ein breites Grundwissen über das Unternehmen, ergänzte Professorin Katrin Hassenstein. „Es ist eine Kunst, an der wir arbeiten. Wir sind sicherlich nicht perfekt, aber es war die erste Übung. Mir hat es Spaß gemacht und ich denke allen anderen auch“, fasste Anna von Teuffel rückblickend zusammen.

About Kimberly Nicolaus

Ich studiere Crossmedia-Redaktion im dritten Semester. Seit Oktober 2017 liefere ich regelmäßig Updates und berichte über Veranstaltungen aus dem Studiengang CR/PR.