Innovationen in der digitalen Medienwelt

Vergangenen Dienstag fand der Innovation Day an der Hochschule der Medien (HdM) im Rahmen der International Week statt. Die Besucher hatten die Wahl aus 25 verschiedenen Vorträgen, Konferenzen und Live-Demos. Studierende, Professoren und Mitarbeiter stellten dabei aktuelle Projekte, Forschungs- und Abschlussarbeiten vor. Auch internationale Gäste von Partnerhochschulen der HdM nahmen an der Veranstaltung teil. Die Gäste konnten Neuheiten und Innovationen aus der digitalen Medienwelt entdecken. 

Zum Auftakt der Veranstaltung begrüßten Prof. Dr. Alexander Roos und Prof. Dr. Nils Högsdal, die Gäste. Im Rahmen dessen wurden Preise der Etzold-Stiftung für die besten Abschlussarbeiten der Fakultät Electronic Media verliehen. Zudem fand eine Urkunden Verleihung für die neuen Fellowships der HdM, zur Weiterentwicklung der Lehre statt. Prof. Christine Ritz, Dozentin für Kommunikationsstrategien, erhielt eine solche Urkunde für ihre Fellowships in der Lehrveranstaltung „Präsentieren/ Visualisieren“. Bei diesen geht es darum, den Studierenden in der Vorlesung verstärkt Feedback zu geben. Außerdem spielt der strukturierte kollegiale Austausch über die Lehre an der HdM hier eine wichtige Rolle. Ritz: „Durch das verstärkte Feedback in der Vorlesung möchte ich die Motivation der Studierenden steigern“.

Netzwerkanalysen der CR/PR-Studierenden

Die Studierenden des vierten Semesters aus den Studiengängen Crossmedia-Redaktion und Public Relations stellten in Kurzvorträgen ihre Netzwerkanalysen vor, die sie im Rahmen der Lehrveranstaltung „Netzwerk- und Beziehungsmanagement“ entwickelt haben. „Es geht darum, Beziehungsmuster zwischen Akteuren sichtbar zu machen, beispielsweise zwischen Organisationen, Verbänden oder Menschen“, erklärte Prof. Dr. Swaran Sandhu, Dozent für Unternehmenskommunikation. Entscheidend sei dabei, was zwischen den Akteuren passiere, betonte er. Die analysierten Themen reichten von „Synchronsprechern in amerikanischen Teen-Drama-Serien“ über „Beziehungen zwischen Let’s Playern auf YouTube“ bis zu „Transfers im Fußball“. Die Studierenden präsentierten ihre Forschungsergebnisse und ihre Netzwerk-Schaubilder, die sie mithilfe der Ergebnisse konstruiert hatten.  So wurden für die Zuschauer die zahlreichen Verbindungen zwischen verschiedenen Akteuren deutlich.

Eindrücke vom Innovation Day am 28. November an der HdM. |  Video: Madeleine Fischer

Innovationen in der Küche und auf der Straße

Der Forschungsbereich Interaction Design and User Experience (IDUX) der HdM stellte im Rahmen des Innovation Day seine aktuellen Forschungsprojekte Tango und Smart Kitchen vor. Das Smart Kitchen-Projekt besteht seit Februar 2016. In dem Projekt gehe es darum, wie man Medien in der Küche nutzen könne, um das Kochen schöner und interessanter zu gestalten, so Prof. Dr. Jürgen Scheible, Leiter des Projekts. „Dazu nutzen wir neue Technologien wie Amazon Alexa oder interaktive Projektionen“, erklärte er. Der Nutzer könne dabei das Medium während des Kochens bedienen, man brauche kein Tablet, Laptop oder Smartphone mehr, so Scheible. Dies funktioniere über die Sprachsteuerung, wie zum Beispiel von Amazon Alexa. „Es gibt in dem Bereich ganz neue Arten von Inhalten und technische Neuerungen. Dadurch ist Innovation möglich.“ Am meisten Spaß mache ihm an dem Projekt die Umsetzung durch den Bau von Prototypen, denn erst dadurch werde die Forschung erlebbar.

Bei dem Projekt Tango handelt es sich um einen Fahrsimulator. Mit diesem werden Vorversuche mit Kooperationspartner wie, die MAN Truck & Bus AG oder die Volkswagen AG gemacht. Prof Dr. Arnd Engeln, der das Projekt ebenfalls leitet, erklärte: „Bei Tango geht es darum, nutzerzentrierte Lösungen zu finden, die LKW-Fahrer beim teilautomatisierten Fahren unterstützen sollen.“ Eines der größten Probleme für LKW-Fahrer sei die Müdigkeit. Der solle durch die Entwicklung eines Aufmerksamkeits- und Aktivitätenassistenten entgegengewirkt werden. Auch das Thema Eye-Tracking spielt dabei eine Rolle. Zudem solle es LKW-Fahrern ermöglicht werden, während des Fahrens produktive Nebenaufgaben zu erledigen.

Neuheiten im Journalismus

Bei dem Vortrag „What’s new in journalism?“ stellten Professoren von HdM-Partnerhochschulen, die aktuellen Entwicklungen des Journalismus aus ihren Ländern vor. Es waren Vertreter aus den Ländern China, Indien, den USA und Deutschland anwesend. Prof. Sean Branagan von der Newhouse School Syracuse University, USA betonte, dass die Unternehmen Google und Facebook eine starke Kontrolle über den Nachrichtenfluss haben. „Die Medien entwickeln sich zu einer Hightech-Industrie“, so Branagan. Hierbei animierte er das Publikum, auf seine Fakten mit:„Oh that’s good“, oder „Oh that’s bad“, zu antworten. Abschließend lautete sein Fazit zu den aktuellen Entwicklungen: „It’s both, good and bad.“

Dr. Evelyn Engesser aus China lobte in ihrem Vortrag die technischen Entwicklungen des Journalismus in ihrem Land. „Die fünf beliebtesten Smartphone-Apps der Chinesen für den Konsum von Nachrichten sind lokale Anbieter“, erklärte Engesser. Gleichzeitig kritisierte sie, dass die Kontrolle der chinesischen Medien stark sei und Journalisten mit ihrer Arbeit Propaganda verbreiten würden.

Im anschließenden Get-together tauschten sich die Besucher  am Ende des Tages über die Vorträge aus und konnten so neue Kontakte knüpfen. Hier war festzumachen, dass durch die neuesten Erkenntnissen im journalistischen Bereich sowie durch Projekte wie Tango und Smart Kitchen , technologische Neuerungen klar auf dem Vormarsch sind. Doch wie sieht es nächstes Jahr aus? Wir werden es auf dem Innovation Day 2018 erfahren.

About Madeleine Fischer

Ich studiere Crossmedia-Redaktion im dritten Semester und liefere seit Oktober 2017 Content aus unserem Studiengang.