Culture, Media and Society: Module finden an der UWS

 

Kein Tag an der University of the West of Scotland in Ayr ist wie der andere. Das liegt in der Natur der Sache – das Studium im Ausland ist ein reines Abenteuer. Auch die Universität und ihre Organisation haben einen Anteil daran. Wie man sich an der UWS trotzdem einen Überblick verschaffen kann, erkläre ich heute und gebe einen Einblick in den Start meines Auslandssemester.

Etwas Beruhigendes vorweg: alleine bin ich in dieser neuen Situation nicht. Neben unzähligen Erasmus-Studierenden gibt es auch viele Erstsemester, die mit dem Studium in eine neue Lebensphase starten. Während der Induction Week, die in der ersten Studienwoche stattfindet, wird die UWS ein wenig vertrauter: Dozenten und Professoren nehmen sich Zeit, um über die Kurse, den Studiengang und die Räumlichkeiten zu sprechen.

„Ich studiere an der University of the West of Scotland, weil Schottland für mich alles hat, was ich mir wünsche: nette Leute, tolle Landschaft, spannendes Studium.“

Die Public Relations-Studierende Adriane Hendlmeier berichtet aus ihrem Auslandssemester an der University of the West of Scotland (UWS) in Ayr, Schottland. Alle Beiträge zur UWS findet man hier.
Ein Blick ins Innere der UWS in Schottland. I Foto: Adriane Hendlmeier

Mit der Induction Week ins Abenteuer Schottland

Die Einführung an der School of Culture, Media and Society gestaltet sich für Erasmus-Studierende ein wenig anders. Ihnen wird kein Studiengang konkret zugeordnet. Sie können Module beliebig auswählen und belegen. Das macht den Auftakt um einiges komplizierter: wer noch nicht weiß, welche Module schließlich auf seinem Stundenplan stehen sollen, muss sich leider bis zur Erasmus-Einführung gedulden. Wer zu diesem Zeitpunkt schon Präferenzen hat und bestimmte Module wählen möchte, schließt sich dann der entsprechenden Erstsemester-Kurseinführung an, um viele wertvolle Informationen zu erhalten.

Die Modulsuche beginnt bereits in Deutschland, denn für das Learning Agreement, also eine Art Studienvereinbarung, in dem die gewählten Kurse festgelegt sind, werden genaue Angaben zu den Kursen der Austauschuniversität gefordert. Auf der Webseite der UWS sind für die verschiedenen Studiengänge zunächst nur Schwerpunkte angegeben – das macht die ganze Sache schwierig. Ich habe mich deshalb mit der UWS in Kontakt gesetzt und wurde auf den Programme Specification and Module Descriptor Catalogue hingewiesen. Mit diesem kann ich mich genau über die Module an der Hochschule informieren. Doch nach einer ersten Erleichterung beschäftigt mich eine weitere Frage: Wie finde ich mich nun in diesem neuen System zurecht?

SCQF Level, Credit Point – was ist das?

Das klappt mit einem guten Zeitmanagement und einer gewissen Gelassenheit. Denn es gibt einige Unterschiede, an die ich mich erst gewöhnen muss, um nicht den Überblick zu verlieren. Generell wird in Schottland ein anderes Kurssystem genutzt. Das SCQF Level gibt hierbei vor, welche Module in für welches Studienjahr vorgesehen sind. Für CR/PR-Studierende sind vor allem Undergraduate-Module interessant, die mit dem Level Sieben bis Zehn gekennzeichnet sind. Mit Level Sieben werden die Kurse benannt, die von den Studierenden im ersten Semester belegt werden. In einem Level Zehn Kurs trifft man dagegen vor allem auf die Studierende, die gerade an ihrer Bachelor-Thesis arbeiten. Gerade diese Kurse haben ihren Reiz, weil sie sich sehr spezifisch mit komplexen Themen auseinandersetzen.

Da in Großbritannien bekanntlich die Uhren anders ticken, unterscheiden sich natürlich auch die Bewertungsraster von denen der HdM: Während in Deutschland Kurse mit ECTS bewertet werden, gibt es in Großbritannien sogenannte Credit Points. Die meisten Module sind mit 20 Credit Points bewertet, Erasmus-Studenten erhalten dafür 10 ECTS.

Bei der Modulsuche darf ich nicht vergessen, dass die UWS auch über andere Campusse außerhalb von Ayr verfügt – einige Kurse werden nur in Paisley oder Hamilton angeboten. Ebenfalls muss ich mich versichern, dass mein gewünschtes Modul auch in dem Trimester gehalten wird, indem ich die Hochschule besuche, denn viele Kurse werden nur einmal im Studienjahr gehalten.

Hunderte Kurse, doch nur drei für mich

Wie sich später herausstellt, ist aber nicht nur die Auswahl aus dem Module Descriptor eine Herausforderung: Nach der Erasmus-Einführung geht es erst richtig los mit der Kurssuche, denn die Bestätigung des Learning Agreements durch die Partnerhochschule heißt noch lange nicht, dass ich auch für diesen Kurs eingeschrieben bin. Natürlich haben die Studierenden, die ihr komplettes Studium an der UWS durchführen, Vorrang bei der Verteilung. So kommt es häufiger vor, dass Kurse bei der Kontaktaufnahme mit dem Dozenten bereits belegt sind.

Kurz und knapp: Es hat zwei Wochen sowie einiges an Aufwand gekostet, bis ich sicher wusste, welche Kurse ich in Ayr belegt konnte. Viele Module stellten sich nach Kontaktaufnahme mit dem Dozent leider als Sackgasse heraus. Zurückblickend kann ich heute drüber lachen: schlussendlich habe ich mit „Global Issues in Sport“, „American Television“ und „Business of News“ doch noch spannende und herausfordernde Kurse gefunden. Aber warum gerade diese Module?

Genau genommen hatten vor allem die Faktoren Assessments – durch diese kann ich meine Kurse gut miteinander vereinbaren – sowie Vorlesungszeiten größten Einfluss auf meine Wahl. Denn die Vorlesungen werden in Blöcken mit jeweils drei Stunden gehalten. Aber Achtung: Trotz stundenplanmäßiger Vorgabe kann die Vorlesungszeit zwischen einer Stunde und fünf Stunden deutlich schwanken.

Wie die HdM arbeitet die UWS in den Studiengängen Broadcast Production, Filmmaking & Screen Writing und Journalism sehr praxisorientiert. Vor allem im zweiten und dritten Jahr werden Projekte ähnlich der Lehrredaktion im Bereich Audio und Video durchgeführt. Mein Alltag sieht hier hingegen anders aus: In den beiden Level Zehn-Kursen „Global Issues in Sport“ und „American Television“ geht es vor allem um die Arbeit mit wissenschaftlichen Quellen, schließlich steht bei den einheimischen Studierenden die Bachelor-Thesis an. Auch das Modul „Business of News“, mit dem die Journalismus-Erstsemester in die akademische Ausbildung starten, fordert vor allem wissenschaftliches Arbeiten. „Business of News“ behandelt die Medienlandschaft in Großbritannien und bringt einige neue Einblicke in einen für die meisten Deutschen selten beobachteten Markt.

Mit neun Stunden Vorlesung in der Woche sowie einigen Stunden Vor- und Nachbereitung, die vor allem aus Lesen von wissenschaftlichen Artikeln besteht, nimmt das Studium an der UWS ähnlich viel Zeit in Anspruch wie an der HdM. Trotz allem bleibt aber noch genügend Zeit, um das Land, die Leute und die Sprache näher kennen zu lernen und das Leben im Ausland vollkommen zu genießen.

Auf einen Blick: die University of the West of Scotland
Hochschule: University of the West of Scotland, eine große Universität in Schottland
Stadt: keine Großstadt, aber mit Flair und Meer
Inhalte: spannende Module für CR/PR-Studierende, die auch an Themen außerhalb von Journalismus und PR interessiert sind
Highlights: Schlösser mit Harry-Potter Feeling inklusive
Kosten: Studiengebühren gibt es nicht, aber das Leben ist ein wenig teurer
besser nicht: mit Euro bezahlen (Pfund!) und auf der falschen Seite der Straße fahren (Linksverkehr!)

Fragen zur UWS und Schottland? Antworten gibt es bei Adriane (ah169@hdm-stuttgart.de) oder Muriel (mg152@hdm-stuttgart.de)!

 

About CR/PR-Internationals

Austauschstudierende des Studiengangs Crossmedia-Redaktion und Public Relations veröffentlichen hier Beiträge aus der ganzen Welt unter dem Motto: Auslandssemester hautnah!