Nach Obama

Mit „Nach Obama“ thematisieren Professor Klaus Kamps und sein Kollege Christoph Bieber die Geschehnisse seit dem Einzug des neuen Präsidenten ins Weiße Haus und liefern ein rundum informierendes Essay.

Mit dem Wahlsieg Trumps Anfang dieses Jahres hat sich einiges verändert. Sowohl die politische Landschaft innerhalb der USA durch den polarisierenden Präsidenten als auch die Integrität der Medien, die während des Wahlkampfs des Öfteren ins Kreuzfeuer genommen wurden. Professor Klaus Kamps hat es sich zusammen mit seinem Kollegen Christoph Bieber zur Aufgabe gemacht, die Geschehnisse der letzten Monate einzuordnen und in einem Essay, das den passenden Namen „Nach Obama“ trägt, aufzubereiten.

Im Interview erzählt er uns unter anderem wie er den neuen Mann an der Spitze der Vereinigten Staaten einschätzt und wie sich die Politik der Trump Administration im Laufe der nächsten vier Jahre ändern könnte.

Der Wahlsieg Trumps hat viele Menschen weltweit sehr überrascht. Erinnern Sie sich noch an Ihre Reaktion?

Ich war auch sehr überrascht. Man hat sich da auf viele Quellen verlassen, die sich als unzuverlässig herausgestellt haben. Wichtig war daneben auch, dass Frau Clinton viel mehr als geahnt auch aus der Mitte der Gesellschaft abgelehnt wurde. So hat man das in Europa gar nicht wahrgenommen. Ich habe das damals bei einer Veranstaltung in Stuttgart live mitverfolgt. Als dann Wisconsin an die Republikaner ging, bin ich ins Bett gegangen. Da war klar in welche Richtung sich das entwickelt.

 

Die Spaltung des Landes ist spätestens seit Beginn des Wahlkampfes sehr spürbar. Kann Trump eine Einigung erreichen?

Wohl nicht. Er hat bisher nur selten davon gesprochen, dass er Amerika zusammenführen wolle. Seine Rethorik und auch seine Taten sind in überhaupt nicht dazu geeignet, diesen political divide zu überwinden. Er polarisiert nur weiter. Man muss dazu aber auch sagen, dass er dieses Problem, diese gespaltene Nation nicht geschaffen hat. Die existierte schon vor seiner Wahl.

 

Glauben Sie, dass Trump länger als vier Jahre im Amt bleiben könnte?

Das ist ehrlich gesagt schwer zu sagen. Beispielsweise der ganze Komplex der Russlandaffäre zeigt, wie spannend diese Frage ist. Präsidenten haben früher echte Probleme gekriegt, wenn sie gelogen haben. Unter Trump bekommt das Ganze eine völlig neue Dimension. Und nicht nur das. Was außer einem Impeachment verfahren auch passieren könnte ist, dass sich die Rollenlogiken verschieben. Das Trump also eher nur repräsentative Aufgaben übernimmt und Pence die eigentliche Politik betreibt und die Fäden zieht.

 

Ihr Buch heißt „Nach Obama“. War Obama ihrer Meinung nach ein guter Präsident?

Er war mit Sicherheit ein herausragender Redner. Das alleine macht aber noch keinen guten Präsidenten. Er hat viel erreicht von dem was er erreichen wollte. Er hat aber auch vieles nicht geschafft. Was viele nicht realisieren ist, dass der amerikanische Präsident vielen innenpolitischen Zwängen unterliegt. Man sagt ja immer, der US-Präsident sei der mächtigste Mann der Welt. Der mächtigste außenpolitische Mann vielleicht, innenpolitisch sieht das schon ganz anders aus. Obama musste mit einem divided government regieren. Er hatte also beide Häuser gegen sich und dementsprechend musste er viel verhandeln und Kompromisse eingehen. In der amerikanischen Gesellschaft ist das aber gar nicht gerne gesehen und wird als Schwäche verstanden – jedenfalls in weiten Teilen. Das machte es für ihn natürlich nochmal schwieriger zu regieren.

 

Was wollten Sie mit ihrem Buch erreichen?

Wir wollten dem Geräusch, das da über den Atlantik kommt, eine Form geben – und das ohne viel zu verklausulieren. Unser Ziel war es eher, bekannte Probleme aufzugreifen, zu interpretieren und an bestimmten Stellen mit Hintergrundinformationen in die Tiefe zu gehen. Daher ist das Buch wirklich für jeden geeignet, der sich über das Thema weiter informieren möchte.

About Silas Zbornik

Silas ist 25 und studiert Crossmedia-Redaktion im sechsten Semester. Er ist leidenschaftlicher Gamer und informiert sich gerne über die neuste Technik.