Daily PR? – Sicher nicht!

Große Konzerne brauchen Public Relations und die Politik braucht Pressesprecher, aber ist das wirklich alles? Oder kann PR mehr? Um diese Fragen zu beantworten, organisierte die Studenteninitiative PRiS ihre zweite PR Night an der Hochschule der Medien.

Neben den Vorlesungen schonmal die Luft des späteren Berufsleben schnuppern – das ist das Ziel der studentischen PR-Initiative PRiS (PR in Stuttgart). Unter der Leitung von Lena Biberacher und Carina Roos, PR Studentinnen des sechsten Semesters, findet einmal wöchentlich ein Gruppentreffen des PRiS-Teams statt. Zusammen diskutieren die Studierenden dann über anstehende Events, den Redaktionsplan der sozialen Plattformen und Exkursionen in PR Agenturen. Mitmachen dürfen alle Studiengänge der Hochschule der Medien (HdM). Aufgaben und Themen von PRiS waren in diesem Semester die Wahlen der Verfassten Studierendenschaft, die von PRiS kommuniziert wurden, die Planung der alljährlichen Medianight und die Organisation einer zweiten PR Night.

Bei einer PR Night sollen alle Studierenden und Professoren der HdM die Möglichkeit haben, in das Berufsfeld der Public Relations hineinzuschnuppern. Um das Event möglichst praxisnah zu gestalten, werden Referenten aus dem Bereich der Kommunikationsarbeit eingeladen, um über ihr Tätigkeitsfeld zu erzählen. Im letzten Jahr fand die erste PR Night an der HdM statt. Dieses Semester sollten ungewöhnliche Felder der PR beleuchtet werden: Wie funktioniert die preisgekrönte Image-Kampagne „Wir können alles außer Hochdeutsch“ ? Wie und warum setzt die Polizei Baden-Württemberg Twitter als Kommunikationskanal ein? Und wie läuft die Kommunikationsarbeit einer Stiftung für ein Krankenhaus ab? Diese Fragen beantworteten Stephanie Orth, eine Vertreterin des Staatsministeriums in Baden-Württemberg, Stefan Keilbach, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Stuttgart und Susanne Dieterich, eine Mitarbeiterin der Olgälen Stiftung für das kranke Kind, am 14. Juni an der HdM.

Pressesprecher des Polizeipräsidiums Stefan Keilbach informiert die Gäste über die Kommunikationsarbeit in seinem Alltag.
Foto: Pauline Bonnke

Bei ihren Vorträgen hatten die Referenten gespannte Zuhörer: Rund 40 Professoren, Studierende und Interessierte nahmen gegen 18 Uhr im Neubau der HdM Platz. Erika Ginger gehört zu PRiS und zeigte sich kurz vor Beginn des Programms zufrieden: “ Es ist toll, dass so viele Leute gekommen sind. Jetzt freuen wir uns auf informative Vorträge und hoffen, dass die Zuschauer Spaß haben“, sagte die PR Studentin. Die Referenten stellten anschließend ihre Organisationen kurz vor und erzählten dann speziell über die Arbeit in der Kommunikationsabteilung. Stefan Keilbach schilderte das Problem des Datenschutzes im Bereich der Berichterstattung des Polizeipräsidiums. Fälle von lokalen Sexualdelikten beispielsweise würden selten publiziert werden, um die Opfer zu schützen und sie geheim zu halten. Außerdem erklärte er die Entstehung und die Nutzung der Sozialen Plattformen Facebook und Twitter. Mithilfe von Posts und Bildmaterial möchte die Polizei als Organisation transparenter werden und so die Glaubwürdigkeit und das Vertrauen der Bürger stärken.

Anschließend erzählte Stephanie Orth von ihrem Alltag in der Kommunikationsabteilung des Staatsministeriums. Schwerpunkt ihres Vortrages war die Kampagne „Wir können alles außer Hochdeutsch“ . Ziel der Kampagne ist es, von Baden-Württemberg als Wohnumfeld zu überzeugen. Mit dem Hashtag #bwjetzt versucht das Ministerium auf Instagram auf die Kampagne aufmerksam zu machen und Jugendliche für das Bundesland zu begeistern. Gegen Ende des Programms erfuhren die Zuhörer noch etwas zu Public Relations in Krankenhäusern: Susanne Dieterich berichtete über die Olgäle Stiftung für das kranke Kind. Seit 1997 sollen Spenden Eltern mit kranken Kindern und das Kinderkrankenhaus Olgahospital unterstützen. Generell sei die Kommunikationsarbeit in Form von Flyern noch sehr printlastig, erklärte Dieterich. Soziale Netzwerke würden momentan noch nicht genutzt, aber eine Homepage und das Versenden von Newslettern dienen zum Online Auftritt. Außerdem organisiert die Stiftung Veranstaltungen wie Benefizkonzerte, um junge Familien anzusprechen und präsenter zu werden.

Rings herum glückliche Gesichter: Die beide Referentinnen Stephanie Orth (links) und Susanne Dieterich (rechts) freuen sich über ihr kleines Dankeschön Geschenk. Foto: Pauline Bonnke

Nach den Vorträgen stellten die Zuhörer den Referenten ihre Fragen. Alle Kommunikationsexperten antworteten ausführlich und selbst die persönlichsten Fragen wurden offen diskutiert. Stephanie Orth beispielsweise erzählte bereitwillig über ihre spontane Entscheidung, im Staatsministerium zu arbeiten.  Nach dem Programm fand der Abend bei der Snackbar mit Obstspießen, Häppchen und Getränken einen entspannten Ausklang.

 

 

 

 

About Luisa Kübler

19 Jahre alt, aus dem schönen Hohenloherland und Public Relations Studentin im vierten Semester. Ich freue mich, im Sommersemester über aktuelle Themen meines Studiengangs zu berichten.