Faszination Fliegen – Inside Multimedia

Das dritte Semester – eines voller Höhen und Tiefen, aber vor allem ein Semester voller spannender Erlebnisse und neuen Erkenntnissen. In der Lehrredaktion bei Professorin Bader hatten wir Crossmedia-Studierenden die Aufgabe eine Multimedia Reportage zu produzieren. In einer Multimedia-Reportage sind Audio-, Video-, und Textelemente in einem Format vereint. Kurz bevor die Semesterferien anfingen, starteten die Produktionen. Was wir in den vier Wochen produziert haben, wie die Produktionen verliefen und welche Erfahrungen wir daraus gezogen haben, erfahrt ihr in der folgenden Reihe „INSIDE Multimedia“. Den Anfang macht die Multimedia- Reportage „Faszination Fliegen“.  Aline und Geraldine haben im Interview über ihre Produktion erzählt: 

Faszination Fliegen – drei Gesichter

Eine Multimediareportage von Aline Spantig, Gerladine Nirschl, Sheva Khorassani, Vivian Kuhn, Irina Steck und Malin Zeuchner

Wie seid ihr auf das Thema gekommen?

Geraldine: Brainstorming, Brainstorming, Brainstorming. Wir haben uns einfach zusammengesetzt und Ideen gesammelt.

Aline: Auf jeden Fall wollten wir ein abstraktes Thema behandeln. Eine Multimedia-Reportage bietet alle Werkzeuge, um etwas, was nicht greifbar ist, zu visualisieren – das wollten wir nutzen. So sind wir dann auf unser Thema Faszination Fliegen gekommen. Wir haben drei Menschen porträtiert, die eine Leidenschaft für das Fliegen haben. Einen Skispringer, eine Flugzeugmechanikerin und einen Ballonfahrer.

Für was wart ihr zuständig?

Aline: Wir waren keine spezialisierte Crew, deshalb durfte ich in allen Positionen einmal arbeiten: Ton, Kamera, Licht, Interviewführung, Postproduktion.

Geraldine: Ich habe mich vorrangig um die Foto- und Videoaufnahmen gekümmert, da die anderen darin noch nicht so viele Vorkenntnisse hatten.

Wie verlief eure Produktion?

Geraldine:  Mit Höhen und Tiefen. Ich hätte niemals gedacht, dass man so viel Zeit in eine einzige Reportage stecken kann! Angefangen hat es mit der Protagonisten-Suche. Diese lief nicht ganz rund. Hier mussten wir über viele verschiedene Ecken gehen, um den Skispringer, die Flugzeugmechanikerin und unseren Ballonfahrer zu finden. Da wir den Ballonfahrer erst sehr spät ausfindig machen konnten, blieb uns nicht mehr viel Zeit für die Videodrehs. Nach der Protagonistensuche machten wir uns an die Storyboards. Ein Storyboard kann man sich als eine zeichnerische Version eines Drehbuchs vorstellen. Hieran saßen wir mehrere Tage. Bei einigen Dingen waren wir uns nicht einig- bedeutete viele Diskussionen und Kopf zerbrechen. Einen Tag nachdem wir unser Storyboard fertig hatten, ging es auch schon zum ersten Dreh. Bei jedem einzelnen Dreh haben wir so unfassbar viel gelernt, sind immer besser geworden. Die Nachproduktion haben wir parallel zu den Drehs angefangen und zum Ende hin saßen wir dann tagelang im Convergent Media Center der Hochschule, haben Videos geschnitten, Fotos bearbeitet und die Texte verfasst.

Aline:  Wir haben praktisch dort gewohnt.

Habt ihr persönliche Veränderungen in dieser Zeit durchlebt?

Geraldine: Ich habe gemerkt, wie viel Spaß es macht, sich vollkommen etwas hinzugeben, hinter dem man total steht. Ich habe auch gemerkt, wie viel Spaß mein Studium macht, wie froh ich bin hier zu sein, wie viel Spaß Gruppenarbeiten machen können, wie sehr man sie aber auch verfluchen kann. Außerdem bin ich viel sicherer in den Adobe Programmen Photoshop und Premiere geworden. Und vor allem habe ich gelernt, was ein Mensch alles leisten kann.

Aline: Es ist einfach immer wieder erstaunlich mit wie wenig Schlaf der Körper theoretisch auskommen kann. Vor allem aber die Technischen Aspekte unserer Produktion haben mich weitergebracht. Wir haben das erste Mal mit einer Go-Pro und einer 360-Grad-Kamera gedreht, außerdem kann ich die Tastenkombinationen in unserem Schnittprogramm Premiere inzwischen so zackig, wie Mozart die Zauberflöte spielt. Aber auch beim Storytelling und in der Interviewführung habe ich Erfahrungen machen können, die hätte ich aus keiner theoretischen Vorlesung mitnehmen können. Wir waren in der Zeit nicht nur Teamkollegen, sondern Freunde. Durch unseren Zusammenhalt haben wir die Produktion gemeistert und sind noch mehr zusammengewachsen.

Was war das emotionalste Erlebnis in dieser Zeit?

Aline: Die Woche mit der vorläufigen Abgabe hat uns unsere Professorin zur Seite genommen und gefragt, ob bei uns alles in Ordnung sei. Als sie merkte, dass wir alle total übermüdet waren, hat sie die endgültige Abgabe ein paar Tage nach hinten verschoben. Das hat mich echt beeindruckt.

Geraldine: Für mich war es sehr emotional, als ich bei dem Videodreh mit dem Skispringer Tim auf der 120 Meter hohen Skisprungschanze ganz oben stand, mir ganz schwindelig wurde, weil es so hoch war, und ich total erledigt war von unserem Drehtag. Malin und ich haben dann seinen letzten Sprung gefilmt. Wir konnten für einen kurzen Moment die nebelige Aussicht genießen und waren glücklich, dass wir dieses Erlebnis haben dürfen.

Wie hat es sich angefühlt, das Endprodukt vor sich zu haben?

Aline:  Mit der Abgabe habe ich das erste Bier geöffnet und bin erstmal zwei Tage zum Karneval nach Köln gefahren. Die Reportage hat für ein paar Wochen mein ganzes Leben vereinnahmt, es war echt mal wieder schön, Zeit zum Essen, Schlafen oder Feiern zu haben. Mit dem Endprodukt bin ich echt zufrieden, außerdem war es ja auch schön, mit seinen Freunden an einem Projekt zu arbeiten und sie jeden Tag zu sehen.

Geraldine: Für mich war es irgendwie Unwirklich. Stolz, glücklich, müde. Plötzlich wusste ich gar nicht mehr, was ich mit meiner freien Zeit anfangen sollte.

 

About Malin Zeuchner

Ich studiere im vierten Semester Crossmedia-Redaktion an der Hochschule der Medien in Stuttgart.
Seit März 2017 bekommt ihr von mir Einblicke in unseren Studiengang.