Mutprobe „Zukunft der PR“ – der persönliche Eindruck einer Besucherin des Roundtables

Ein Gastbeitrag von Carmen Renz, CR/PR Studentin im 3. Semester

Mutig und flexibel müssen die Kommunikatoren der Zukunft sein – darin waren sich die Podiumsgäste beim Roundtable „Zukunft der PR“ an der Hochschule der Medien (HdM) einig. Die Podiumsdiskussion mit anschließendem World Café organisierten Viertsemester des Studiengangs Crossmedia-Redaktion/Public Relations im Rahmen der Vorlesung „Aktuelle Themen der PR“.

„Nicht überall mitmischen“

„PR-Schaffende müssen Schwerpunkte setzen – bei Themen und bei Plattformen. Die Kunst ist, nicht jedes Thema zu besetzen und nicht überall mitzumischen, sondern zu wissen, auf welcher Plattform ich meine Zielgruppe zu welchem Zeitpunkt mit welchem Inhalt erreichen kann“, sagt Jens Cornelißen von Daimler Fleetboard. Patentlösungen gebe es jedoch noch nicht.

Gleich geht es los mit dem Roundtable (Foto: HdM PRaktisch)

„One song – many voices“ statt one-voice-policy

Das Berufsbild des Pressesprechers hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Vorbei sind die Zeiten, in denen der Sprecher im Wesentlichen mit der Presse kommunizierte. „Im Moment vollziehen wir einen Wandel von der externen zur internen Kommunikation, weil die junge Belegschaft informiert sein möchte – die erwarten das“, erklärt Hauke Hannig, Leiter Unternehmenskommunikation und Pressesprecher der ebm papst Gruppe. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter selbst in den sozialen Medien kommunizieren – auch über ihre Arbeit und ihren Arbeitgeber. „Mitarbeiter werden zu Botschaftern und können das Bild des Unternehmens in der Öffentlichkeit verändern. Die one-voice-policy mit ihren Sprachregelungen ist überholt – das Ziel für die Zukunft ist one song – many voices“, sagt Cornelißen, einer der Initiative #30under30. Organisationskommunikation bedeute künftig: Leitplanken vorgeben, Enabler sein, Botschaften formulieren und Stimmbildner für das Orchester zu sein, so Cornelißen.

Podium mit Hauke Hannig, Veit Mathauer, Norman Baumgartner, Jens Cornelißen und Helena Stehle (von links)

Flexibel und mutig auf Veränderungen reagieren

Die neue Grenzstellenfunktion der PR werde in der Wissenschaft zwar häufig erwähnt, aber noch nicht genau beschrieben, erklärt Helena Stehle, Habilitandin für Kommunikationswissenschaft und Journalismus der Universität Hohenheim. Eine zukunftsfähige PR-Ausbildung müsse daher nicht nur Fach- und Sachkompetenzen vermitteln, sondern Kommunikatoren auch befähigen, flexibel und mutig auf Veränderungen zu reagieren.

„In dieser Umbruchszeit müssen wir als Agentur die Kanäle und Plattformen sehr viel besser kennen als unsere Kunden, dmait wir sie gut beraten können“, sagt Veit Mathauer, Geschäftsführer der Agentur Sympra. Manche seiner Kunden seien ängstlich, andere eher offen, wenn es darum geht, gewagte Ideen umzusetzen. „Früher haben die Kunden uns mit Pressetexten und Fachartikeln beauftragt. Heute wollen sie strategisch-konzeptionelle Lösungen und Spezialwissen zu Change Management – die Branche hat sich stark verändert“, berichtet Mathauer. Sein Tipp: Mutig sein. Schließlich sei immer Change.

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About Swaran Sandhu

Swaran Sandhu ist Professor für Unternehmenskommunikation und Public Relations an der Hochschule der Medien.