Messekommunikation im Wandel

Ein Beitrag von Diana Manov.

Messen behaupten weiter ihre führende Position im Marketing-Mix vieler deutscher Unternehmen. Für die Messewirtschaft ist der digitale Wandel nicht das Aus, sondern eine große Chance. Markus Vogt, Unternehmenssprecher der Messe Stuttgart, gewährte uns in der Ringvorlesung am 13. November, einen umfassenden Einblick in die spannende Welt der Messekommunikation.

„Das ist wie mit der umgedrehten Ketchup-Flasche. Man weiß vieles wird kommen, man weiß aber nicht wann. Die Messewirtschaft hat diese Entwicklung im Blick und ist gut vorbereitet.“
– Markus Vogt, Unternehmenssprecher Messe Stuttgart

Messen schaffen den perfekten Rahmen für etwas, das die Digitalisierung (noch) nicht vollends ersetzen kann: Menschen im realen Leben treffen, Netzwerke aufbauen, Kontakte pflegen. Aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten, die sich durch die digitale Transformation eröffnen, erlebt die Messebranche derzeit einen gigantischen Umbruch: „Das ist wie mit der umgedrehten Ketchup-Flasche. Man weiß vieles wird kommen, man weiß aber nicht wann. Die Messewirtschaft hat diese Entwicklung im Blick und ist gut vorbereitet“, erklärt Markus Vogt.

PR versus Marketing?
Insgesamt 50 Mitarbeiter sind in der Kommunikationsabteilung der Messe Stuttgart tätig. Es gibt vier verschiedene Teams: Public Affairs/Corporate Events, Marketingkommunikation, Produktkommunikation sowie Unternehmenskommunikation. Bei der Messe Stuttgart findet keine Trennung zwischen PR und Marketing statt: „Communication Manager betreuen sowohl den Marketing als auch den PR-Bereich. Es geht um vernünftigen Content, dabei spielt die Disziplin bei uns keine Rolle. Ich bin der Auffassung, dass solche Zusammenschlüsse die Zukunft sind“, betont Vogt. Zur besseren Vernetzung untereinander wurde ein Social Intranet eingeführt. Dadurch werden die Kompetenzen der Mitarbeiter erkannt – ein wichtiger Faktor für die Generierung neuer Messethemen.

Content ist King
Um mit dem schnelllebigen digitalen Wandel mithalten zu können, müssen auch Messegesellschaften offen für Veränderungen sein. Die Messe Stuttgart hat dies erkannt und setzt WhatsApp, Snapchat, Facebook & Co. als Dialoginstrument ein, um Besucher auf dem Laufenden zu halten. Auf Facebook berichtet die Messe Stuttgart live über Veranstaltungen und beantwortet offenen Fragen sowie direkte Anfragen. Das Unternehmen hat zudem eine Social Wall eingerichtet, die Reaktionen im Netz einfängt und übersichtlich visuell aufbereitet – und das in Echtzeit. Markus Vogt sieht die größte Herausforderung darin, die jüngere Zielgruppe zu erreichen, denn Vertreter der Generation Y sind durch ihre Medienaffinität besonders kritisch und erwartungsvoll. Um diese Zielgruppe zu erreichen ergänzt die Messe Stuttgart mit Snapchat ihre Social-Media-Präsenz. Auszubildende geben dort einen Einblick in ihren Arbeitsalltag oder snappen von Events – ein Konzept, das vor allem bei den Jüngeren gut ankommt. Das Besondere daran: Snapchat-Profis können sich als Reporter bewerben und während Veranstaltungen den Kanal einen Tag lang eigenverantwortlich betreuen.

Messe Stuttgart International
Der Messeplatz Deutschland ist weltweit die Nr. 1 bei der Durchführung internationaler Messen. Jährlich werden 160 -180 internationale sowie nationale Messen mit rund 180.000 Ausstellern und 10 Millionen Besuchern durchgeführt. Auch die Messe Stuttgart ist auf der ganzen Welt aktiv und verfügt über ein großes Netzwerk mit Auslandsvertretungen in 52 Ländern. Dabei führt das Unternehmen nicht nur Eigenveranstaltungen durch, sondern fungiert auch als Gastgeber für andere Messeveranstalter.


Diana Manov

22 Jahre alt, vertieft Public Relations im Studiengang Crossmedia-Redaktion/Public Relations an der Hochschule der Medien.
Da ich eine große Leidenschaft fürs Schreiben habe, fühle ich mich in diesem Studiengang sehr gut aufgehoben. In meiner Freizeit liebe ich es in der freien Natur zu wandern – vorzugsweise durch die herrlichen Nationalparks der USA.